Sächsische Zeitung, Görlitz, 26.01.2024

Kraftanstrengung für schönen Glockenklang

Kirchgemeinden in Reichenbach und Niesky müssen ihre Glockenanlagen sanieren. Sie zählen zum Kulturgut der Region. Das ruft Unterstützer auf den Plan.

Von Constanze Junghanß

Für die Sanierung des Glockenstuhls der Reichenbacher Johanneskirche gab es jetzt eine Spende von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Stiftung der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien. Deren genaue Höhe bleibt ein Geheimnis. Eine Spendensumme wird auch auf Nachfrage nicht genannt. So viel wurde verraten: Es handele sich um „eine bedeutende Spende“, die Summe sei fünfstellig. Der Vorstandsvorsitzende der Sparkassenstiftung Michael Bräuer und Geschäftsführer Denny Steffan übergaben am Mittwoch das Dokument in der Kirche an Pfarrer Christoph Wiesener und an den Vorsitzenden des Kirchbauvereins Andreas Schneider.

Mithilfe des Geldes werden das Geläut der St. Johanneskirche wiederhergestellt und der Glockenstuhl restauriert. „Als Stiftung sehen wir es als unsere Verpflichtung an, einen positiven Beitrag für den Erhalt historischer Kulturgüter zu leisten,“ so Denny Steffan. Die Sparkassenstiftung sei „eine starke Säule, deren Engagement der Allgemeinheit zugutekommt“, sagte Michael Bräuer, der Mitte des Jahres zur Privatbank der Sparkassen-Gruppe nach Frankfurt/Main wechseln wird.

Fünfstellig eingebracht hat sich gleichfalls die in Görlitz ansässige Erika-Simon Stiftung. Sie finanziert eine der beiden Glocken, die im März dieses Jahres in der hessischen Glockengießerei Rincker neu gegossen werden. Für die Melanchthonglocke gibt die Stiftung 20.000 Euro, wird seitens der Görlitzer Stiftung bestätigt.

Für die Sanierung des Glockenstuhls werden rund 165.000 Euro benötigt. Etwa 21.000 Euro kamen bisher durch private Spenden zusammen. Spenden gab es auch vom Görlitzer Lions-Club. Mittel vom Denkmalschutz sind nach Angaben von Pfarrer Wiesener beantragt. Mit der Spende der beiden Sparkassenstiftungen sei die Finanzierung „weitgehend durch“, wie Christoph Wiesener sagte. Rund 12 000 Euro muss die Kirchgemeinde noch aus eigener Kraft aufbringen und freut sich über weitere Unterstützung. Der Glockenstuhl war in Teilen morsch und verformt. Deshalb sind die umfangreichen Sanierungsarbeiten notwendig geworden.

Alle drei Kirchglocken wurden im Oktober 2023 letztmals geläutet und später mit einem Kran aus dem Kirchturm geholt. Die alten Glocken können im Foyer der Kirche besichtigt werden. Eine von ihnen wird im Sommer an die polnische Gemeinde Bieniow/Zary übergeben. Am 1. Juni ist Glockenweihe mit den neuen Glocken. Das erste Festgeläut ist zum Festgottesdienst am 23. Juni vorgesehen. Im Juni feiert die St. Johanneskirche 350 Jahre Wiedereinweihung mit einem mehrtägigen Festprogramm und Stadtfest rund um die Kirche.

Im Herbst wurden die Glocken aus dem Turm der Reichenbacher Kirche gehoben.
© Fotos: Constanze Junghanß
(26.01.2024) Beitrag Sächsische Zeitung

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